Rückenschmerzen
Fast jeder erlebt im Laufe des Lebens Rückenschmerzen – nach dem Sport, dem Umzug oder einer schlechten Nacht. Solange die Beschwerden nach wenigen Tagen verschwinden, sind sie zwar unangenehm, aber meist harmlos. Hält der Schmerz jedoch an, besonders im unteren Rücken, stellt sich die Frage: Woher kommt er?
Viele Betroffene suchen Hilfe bei verschiedenen Ärzten – Hausarzt, Orthopäde, Radiologe oder Psychologe. Rückenschmerzen gehören zu den häufigsten, aber auch komplexesten Diagnosen, da nicht immer eine körperliche Ursache sichtbar ist.
Wenn der Schmerz bleibt
Typisch für Lendenwirbelsäulenbeschwerden ist ein dumpfer, teils stechender Schmerz, der bis ins Gesäß oder Bein ausstrahlen kann. Oft sind in bildgebenden Verfahren keine Auffälligkeiten zu sehen.
Mit zunehmendem Alter nehmen Verschleißerscheinungen zu, doch ob sie wirklich Ursache des Schmerzes sind, ist nicht immer eindeutig. Besonders im Winter verstärken Bewegungsmangel und vermehrtes Sitzen die Beschwerden – Bewegung an der frischen Luft bleibt der beste Ausgleich.
Häufige Auslöser und Tipps zur Vorbeugung
1. Langes Sitzen
Dauerhaftes Sitzen in starrer Haltung führt zu Fehlbelastungen. Wechseln Sie regelmäßig die Position, stehen Sie auf und lockern Sie sich. Bewegung hält Bandscheiben und Muskeln aktiv.
2. Falsches Heben und Tragen
Beim Heben immer in die Knie gehen, den Rücken gerade halten und die Kraft aus den Beinen holen. So bleibt der Druck auf die Bandscheiben gering.
3. Ungeeignetes Schuhwerk
Achten Sie auf gute Dämpfung und vermeiden Sie zu hohe Absätze, um Fehlhaltungen vorzubeugen.
4. Übergewicht und Bewegungsmangel
Jedes Kilo zu viel belastet Rücken und Gelenke. Rückenfreundliche Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Nordic Walking helfen, die Muskulatur zu stärken.
Der Teufelskreis von Schmerz und Anspannung
Anhaltende Schmerzen führen häufig zu Muskelverkrampfungen und psychischem Stress – ein Kreislauf, der Beschwerden verstärkt. Bewegung, Entspannung und gezielte Therapie können helfen, diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Wenn klassische Behandlungen wie Physiotherapie oder Massagen keine Besserung bringen, kann der Besuch bei einem Schmerztherapeuten sinnvoll sein.
Wann ärztliche Hilfe erforderlich ist
Suchen Sie sofort ärztliche Hilfe, wenn starke Schmerzen, Taubheitsgefühle, Lähmungen oder Probleme beim Wasserlassen oder Stuhlgang auftreten. Diese Symptome können auf ernsthafte Ursachen hinweisen.
Piriformis-Syndrom – Versteckter Auslöser im Gesäß
Ischiasähnliche Schmerzen können auch vom Piriformis-Muskel ausgehen – einem kleinen Muskel tief im Gesäß, der den Ischiasnerv reizen kann. Ursache sind oft langes Sitzen, gekreuzte Beine oder sportliche Fehlbelastungen.
Therapie: Dehn- und Mobilisationsübungen, manuelle Behandlung und gegebenenfalls Wärmeanwendungen oder Schmerzmittel können helfen. Entscheidend ist, muskuläre Fehlspannungen zu lösen und einseitige Belastungen zu vermeiden.

