Rückenschule & Tipps
Anleitungen zum gesundheitsbewussten Verhalten und gezielte Bewegungsübungen sollen helfen, Rückenproblemen vorzubeugen, bereits vorhandene Beschwerden zu überwinden und chronische Schmerzen zu vermeiden.
Es gibt keine "richtigen" oder "falschen" Bewegungen
Die wichtigste Regel für eine rückenfreundliche Lebensweise
heißt: aktiv und in Bewegung bleiben!
Die Rückenschule hat vielen Menschen geholfen, sich schmerzfreier
zu bewegen und die Körperwahrnehmung zu verbessern. Mittlerweile
gelten einige ihrer Theorien jedoch als überholt: Forschungen haben
gezeigt, dass es keine "richtigen" oder "falschen"
Bewegungen gibt, sondern je nach Situation und Körperkraft angenehmere,
günstigere oder ungünstigere.
Wer jede belastende Bewegung - wie zum Beispiel das Vorbeugen mit rundem
Rücken - vermeidet, schont sich am Ende zu sehr. Es ist wie beim
Sport: Kraft und Ausdauer steigern sich nicht durch Vermeiden von Belastungen,
sondern durch ihre allmähliche Steigerung. Zudem lassen sich "unbedachte"
Bewegungen im Alltag niemals ganz vermeiden - und sie schaden einem
kräftigen, beweglichen Körper auch nicht. Statt sich an strenge
Vorschriften wie "Halte stets den Rücken gerade" zu halten,
ist man deshalb besser beraten, den Körper möglichst vielfältig
zu bewegen und zu trainieren, um ihn belastbarer zu machen.
So nützt zum Beispiel ein ergonomisch ausgeklügelter Bürostuhl
überhaupt nichts, wenn sein Benutzer über Stunden unbeweglich
auf ihm verharrt. Sitzmöbel sollten vielfältige Bewegungen
erlauben und unterstützen, aber bewegen muss man sich schon selbst
- das heißt, bei Tätigkeiten im Sitzen zwischendurch möglichst
häufig aufzustehen, sich zu strecken und zu räkeln, und die
Sitzposition bewusst zu wechseln.
Tagesablauf beweglich gestalten - Treppe statt Aufzug
Wer seinen normalen Tagesablauf beweglich gestaltet - zum Beispiel Treppen steigt statt den Aufzug zu nehmen, in der Mittagspause einen Spaziergang macht, wenn möglich zu Fuß oder mit dem Rad zur Arbeit kommt und generell viele Wege zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegt, tut seinem Rücken schon viel Gutes. Noch besser ist es, regelmäßig Sport zu treiben.Die wichtigsten Tipps der Rückenschule
- Nehmen Sie beim Stehen und Sitzen häufig und bewusst die aufrechte Haltung mit leicht nach vorn gekipptem Becken ein. In dieser Position wird die Wirbelsäule in ihrer natürlichen Doppel-S-Krümmung gehalten und kaum belastet.
- Richten Sie Ihren Brustkorb häufiger nach vorne und oben auf.
- Strecken Sie Ihren Hinterkopf nach hinten oben.
- Spannen Sie Ihre Schulterblätter bei Ihren Armbewegungen nach hinten unten in Richtung Kreuzbein.
- Wechseln Sie Ihre Haltung beim Sitzen oder Stehen so oft wie möglich.
- Legen Sie während der Arbeit im Sitzen häufig kleine Bewegungspausen ein.
- Heben und tragen Sie Lasten nah am Körper.
- Nutzen Sie beim Anheben oder Bücken die Kraft der Beine, um den Rücken zu entlasten.
- Bücken Sie sich mit gespreizten Beinen und geradem Rücken, beugen Sie Ihre Knie- und Hüftgelenke.
Wenn Sie Rückenbeschwerden haben oder Ihnen vorbeugen wollen, kann Ihnen der Besuch eines Rückenschulkurses unter der Leitung eines kompetenten Physiotherapeuten helfen. Dort lernen Sie, wie Sie trotz Schmerzen aktiv bleiben können, verbessern Ihre Körperwahrnehmung und werden zu mehr Bewegung, gezieltem Training und Sport ermuntert.
Öffungszeiten:
Mo-Fr: 9-22 Uhr
Sa+So: 9-19 Uhr
